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40 Jahre PZ St. Severin von Noricum

Feierlicher Gottesdienst mit Kirchenchor

Damals vor 40 Jahren hatte Mitterfelden rund 3.000 Einwohner und nach zweijähriger Bauzeit konnte am 1. Advent 1982 für die angewachsene katholische Christenschar das neu erstellte Pfarrzentrum St. Severin von Noricum durch Regionalbischof Franz X. Schwarzenböck eingeweiht werden. Am 27. November feierte die Gemeinde mit einem feierlichen Gottesdienst, zelebriert von Ruhestandpfarrer Peter Albers und musikalisch gestaltet vom Kirchenchor Feldkirchen-Mitterfelden mit dem neuen Leiter Ralf Halk und an der Orgel Kristian Aleksic das Jubiläum. Danach gab es im Foyer Kaffee und Kuchen, Leberkäse und kalte Getränke. Im Innenhof war der Brunnen mit Girlanden und Rosen sowie unter dem Dach des Eingangsbereich waren ebenfalls Girlanden, Kränze und weißgelben Schleifen dekoriert.

Entscheidung für den Hl. Severin als Schutzpatron

Bis man den Namensgeber gefunden hatte, waren in den Sitzungen des Pfarrgemeinderates seinerzeit langatmige Debatten nötig. Von vielen guten Vorschlägen blieben bis zuletzt der heilige Severin und Bruder Konrad übrig. An die Entscheidung anknüpfend besuchte das Gremium eine Ausstellung über den Namenspatron in Enns/Oberösterreich übrig. Einschlägige Presseberichte und eine schriftliche Umfrage unter den Pfarrangehörigen sowie eine demokratische Abstimmung im Pfarrgemeinderat waren meinungsbildend für die Wahl des heiligen Severin. Damit es nicht zu einer Verwechslung kommt mit dem hl. Severin von Köln, nennt man den Patron in Mitterfelden Severin von Noricum. Der Laienmönch lebte im 5. Jahrhundert. Die Lebensgeschichte über den frommen Mann verfasste sein Schüler Eugippius, in der „Vita Sancti Severini“. Diese einzigartige historische Quelle gibt einen Einblick in die sozial, politische und religiöse Verhältnisse in der Provinz Noricum zur Zeit des römischen Untergangs. Zur Herkunft gibt es keine genauen Erkenntnis, Severin stammt wohl aus dem römischen Adel, bevor er sich als asketischer Einsiedler zurückzog. Nach dem Tod Attilas im Jahr 453 kam Severin nach Ufernoricum (Gebiet von der Donau von Passau bis Kahlenberg und Karawanken sowie Karnische Alpen im Süden) und übernahm militärische und diplomatische Aufgaben. In dieser Zeit war das weströmische Reich am Zerbrechen. Es herrschte Krieg, Armut, Hungersnot, politische Instabilität. Mit Hilfe eine freiwilligen Zehent organsierte Severin ein großes Sozialnetz und ihm werden zahlreiche Wunderzugeschreiben. Er gründete zwei Klöster und wirkte auch in der hiesigen Region, nämlich in Cucullis (Kuchl). Severin hatte eine starke Beziehung zu Gott und er füllte sich berufen und hatte den Leitsatz „Faste, bete, sei barmherzig.“ Am 8. Januar 482 n. Chr. verstarb Severin in seiner Klause. Nach mehrfacher Umbettung werden seine Gebeine heute in Frattamaggiore bei Neapel verwahrt.

Der Baubeginn des neuen katholischen Pfarrzentrums erfolgte im Oktober 1980. Der Gebäudekomplex besteht aus einem Pfarrsaal, einer Werkstagskapelle, Wohnsitz von Pfarrer Werner Bien, Büro für den Pfarrverband Ainring, Mesnerwohnung sowie einigen anderen Räumen. Seit mehr als drei Jahrzehnten hat hier der Weltladen „Fair miteinander“ seine Heimat

Gottesdienst

Den Einzug des Altardienstes in den Pfarrsaal begleitete Kristian Aleksic mit einem feierlichen Orgelspiel, Anschließend sangen der Kirchenchor und die zahlreichen Gottesdienstteilnehmer abwechseln Strophen des Adventliedes „Macht hoch die Tür“. Nach der liturgischen Eröffnung sagte Pfarrer i. R. Peter Albers: „40 Jahre Pfarrzentrum, ich begrüße sie und euch recht herzlich und freue mich, dass ich heute bei ihnen sein darf. Wir feiern unseren  Gott und so ist es gut und so ist es richtig und so möge es für immer blieben.“ Lektorin Maria Auer las aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Rom, welches von der Finsternis zum Inhalt hatte, aber auch von Jesus als das leuchtende Licht für alle Menschen. Im vom Seelsorger verkündeten Matthäus-Evangelium ging es um Wachsamkeit.

Ansprache von Ruhestandspfarrer Peter Albers

Pfr. i. R. Albers fragte, ob es damals ein Einverständnis gab, Kirche und Pfarrsaal zu kombinieren oder wurde mehr Kritik geäußert?, Hier kam die Antor: „Kritik!“. „Es war vor 40 Jahren ein ungewöhnliches Konzept, geradezu eine Sensation, darauf verzichten eine Kirche zu bauen und stattdessen einen Mehrzwecksaal in dem sowohl Gottesdienste, wie auch heute, als auch andere pfarrliche Ereignisse, wie Feste und Versammlungen stattfinden können. Heute, hier in den Räumen erleben wir Gemeinschaft. An erster Stelle feiern wir hier unseren Herrgott, der Ziel unseres Lebens ist. Unser Gott bei dem wir nach unserem irdischen Leben zuhause sein wollen und sein werden.“ Er richteten einen Dank an die vielen, die Bewirtungen vorbereiten, aber natürlich den Lektoren, Kommunionhelfern, denen, welche ehrenamtlich Wortgottesdienste leiten.

Der Priester erzählte, dass in Norddeutschland Kirchen verkauft und für profane Zwecke - wie etwa Restaurants -umfunktioniert wurden. Grund war kaum noch besuchte Gottesdienste mit 15 oder 20 Teilnehmern. Die Zukunft der Gottesdienste werde sich ändern, weil immer weniger Pfarrer für mehr Pfarreien zuständig seien. Dieses Problem wurde schon vor 50 Jahren deutlich erkannt und artikuliert. „Unsere Bischöfe haben es nicht fertiggebracht, für genügend Personal zu sorgen.“ Im Pfarrverband Ainring ist Pfarrer Bien für die Pfarreien Feldkirchen, Ainring und Thundorf zuständig und in der Planung der Erzdiözese sei fest beschlossen, wenn ein Pfarrer durch Krankheit oder Erreichen des Pensionsalters ausfalle, muss er den benachbarten Pfarrverband übernehmen und dasselbe gelte für die Gemeindereferentin Weber. „Personell ein aus meiner Sicht katastrophale Situation. Wie soll unter solchen Umständen persönliche Seelsorge möglich sein?“, so Albers. Zum Beispiel können in acht Pfarreien nur zwei Christmetten gehalten werden. Nachher erklärte er noch Wortgottesdienstfeiern im Vergleich zur Eucharistiefeier. „Um was geht es, wenn wir hier Gottesdienste feiern? Es geht darum, dass wir als Christen Gemeinschaft erleben, dass wir in unserem Glauben bestärkt werden und die Hauptsache ist natürlich, dass wir unseren Gott feiern und das ist möglich in beiden Gottesdienstformen, in der Eucharistiefeier und in Wortgottesdienstfeiern. Sagen wir es ganz deutlich: Ohne Leiterinnen und Leiter von Wortgottesdiensten wird es auf Dauer hier an dieser Stelle kaum noch Gottesdienste geben. Gemeindereferentinnen, wie Frau Weber, die Theologie studiert haben und bestens ausgebildet sind, werden vermehrt mit ihnen Wortgottesdienste feiern. Ich muss es ganz offen sagen, ich bewundere den Mut der ehrenamtlichen Wortgottesdienstleiter, sich ausbilden zu lassen, sich vorzubereiten und sich dann als Leiterinnen oder Leiter sich hier hinzustellen. Die Formulierung: heute ist nur Wortgottesdienst, ist wirklich nicht angemessen.“

Weiter führte der Geistliche aus , dass er nach der Pensionierung 2014 nach Mitterfelden kam und auf Empfehlung, sei er in einer Salzburger Pfarrei angekommen. Er war dort keine Nummer und es gebe ein wunderbares Klima und es waren Wortgottesdienste, die in dort gehalten haben. 40 Jahre Pfarrzentrum Mitterfelden, man habe es in der Hand, wie die Zukunft hier aussehe und Pfarrer Albers wünschte viel weitere gute Jahre. In den von Maria Auer gesprochen Fürbitten wurde zum Ausdruck gebracht, dass nach 40 Jahren Pfarrzentrum weiterhin ein gutes Zusammenwirken gebeten wird und die Frohe Botschaft verkündet werde. Glaubensbekenntnis, Vaterunser, Wandlung und Kommunionaussteilung folgte im Verlauf der liturgischen Stunde.

Schluss der Hl. Messe und Treffen im Foyer

Am Schluss sagte Ruhestandspfarrer Peter Albers ein herzliches Vergelt’s Gott an den Chor, der eine wesentliche Bereicherung darbrachte. Nach dem Segen gab es zum Auszug des Priester, der Lektorin und der Ministranten ein feierliches Orgelspiel.

Zum Jubiläum waren im Foyer Tische und Stühle, ein Kuchenbuffet und Kaffeekannen vorbereitet. Da es schon bald auf Mittag zuging konnten sich die Gottesdienstteilnehmer mit Leberkäse, Brezen, Semmeln und Getränken stärken. Auch Pfarrer Wernher Bien kam nach einem Gottesdienst und gegen Mittag besuchte nach mehreren beruflichen Terminen die ehemalige Gemeindereferentin Birgit Hauber, geb. Kreuzer (1988 bis 2000) ihre ehemalige Seelsorgsgemeinde. Gespräche untereinander durften natürlich nicht fehlen.

Andreas Pils

Musik zum 40-jährigen Jubiläum des Pfarrzentrums

Im Gottesdienst anlässlich des 40-jährigen Jubiläums des Pfarrzentrums Mitterfelden präsentierte sich der Kirchenchor Feldkirchen Mitterfelden unter neuer Leitung. Ralf Halk aus Feldkirchen, Pianist, Organist, Dirigent und Pädagoge „mit Leidenschaft für alles, was Tasten hat, fürs Singen und Dirigieren“ stellte für den ersten Adventssonntag ein ansprechendes Programm zusammen. Die Mischung aus adventlichen Gesängen und Teilen aus der Missa brevis in A von Colin Mawby (1936-2019) können als symbolisch für den Anlass des Jubiläums angesehen werden. Denn hierbei gibt es immer einen Rückblick und eine Perspektive in die Zukunft. Für das Zurückblicken hatte der Chor in Zusammenarbeit mit dem neuen Chorleiter Liedgut ausgewählt, das traditionell im Advent erklingt. Schöne Klangkultur war zu erleben bei „Macht hoch die Tür“ im Wechsel mit der Gemeinde, „Maria durch ein Dornwald ging“, „O tauet, ihr Himmel“ und „Ach, mein Seel, fang an zu singen“. Auch Kyrie, Sanctus, Benedictus und Agnus Dei aus der Messe eines der berühmtesten zeitgenössischen englischen Komponisten sakraler Musik ließen aufhorchen, da Musik mit moderneren Harmonien für den Chor ein Novum ist.

            Sir Colin John Beverley Mawby erhielt im Jahr 2006, in dem er auch diese Missa brevis komponierte, von Papst Benedikt XVI. den Gregoriusorden. Dieser päpstliche Ritterorden vom heiligen Gregor dem Großen ist der vierthöchste Orden, der unmittelbar vom Papst für Verdienste um die römisch-katholische Kirche verliehen wird. Auch in dieser Hinsicht setzte die Einstudierung dieser Messe ein Zeichen.

            An der Orgel begleitet wurden die Sängerinnen und Sänger von Kirchenmusiker Kristian Aleksic. Fing beim Kyrie der Sopran solistisch mit glockenklarer Intonation an, bevor die anderen Stimmen verflechtend dazu traten, gaben im Agnus Dei die Männerstimmen zu Beginn den Ton an und wurden später vom Alt abgelöst. Die Gottesdienstbesucher bedankten sich mit viel Applaus für die musikalische Gestaltung.

Brigitte Janoschka

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