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„Aktion Woche für das Leben“: Demenz

Seit 30 Jahren Fußwallfahrt im Anliegen

Wegen der Corona-Auflagen war der Pfarrverband Ainring seit zwei nicht mehr für die bundesweite Aktion „Woche für das Leben“ unterwegs. Nun konnten die Wanderschuhe wieder angezogen werden. Eine Neuerung gab es, denn bei der Entscheidungsfindung im Januar wusste man nicht wie es mit dem Grenzübertritt nach Österreich wegen Corona und Testen sein wird und weiters war im Gespräch die Stegsperre in Hausmoning. Der federführende Pfarrgemeinderat von „Mariä Himmelfahrt“ wählte als neues Pilgerziel die Pidinger Filialkirche „St Johannes dem Täufer“ auf dem Johanneshögl aus. Heuer stand die Fußwallfahrt unter dem Thema „Mittendrin. Leben mit Demenz“.

Im Jahr 1991 initiierte die Deutsche Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken die „Woche für das Leben“ dem sich 1994 evangelische Kirche in Deutschland anschloss und seither gemeinsam veranstaltet wird. Gleich im Entstehungsjahr gestaltete die Pfarrei Mariä Himmelfahrt“ thematische Gottesdienste in der Marienkirche sowie im Pfarrzentrum „St. Severin“. Heuer konnte  ein Jubiläum gefeiert werden: Seit 30 Jahren unternehmen die Christen eine Fußwallfahrt in dem Anliegen mit jährlich wechselnden Themen.

Start in Feldkirchen

Pfarrgemeinderatsvorsitzende Elisabeth Kern begrüßte morgens um 7 Uhr im Namen der Pfarrei Feldkirchen die Pilgergruppe vor der Marienkirche und informierte, dass man sich unterwegs mit dem Thema „Leben mit Demenz“ beschäftigen werde. „Dinge vergessen, die Orientierung verlieren, Vertraute und sich selber nimmer wieder erkennen – solche Erlebnisse sind für viele Leute in unserem Land zum dauerhaften, normalen Alltag geworden.“ Der Anteil, der an Demenz betroffenen Leute in Deutschland wasche in Deutschland stetig und schnell. Die Pilgergruppe mit Elisabeth Kern an der Spitze mit dem Vortragekreuz machte sich danach auf zum Pfarrer-Anton-Parzinger-Weg nach Mitterfelden, dann der Bahn entlang des Franziskuswegs wo, bei der Station „Universum“ der erste Halt eingelegt wurde. Andrea Lämmlein sprach zunächst über vorbeugende Maßnahmen. Das wesentliche Merkmal von Demenzerkrankungen sei der Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit, mit Veränderungen des Gehirns, die mit einem fortschreitenden Verlust geistiger Funktionen wie Denken, Orientierung und Lernfähigkeit verbunden ist. Ursache seien meist eine Hirndurchblutungsstörung, zum Beispiele ein Hirninfarkt, ein Schlaganfall oder Arterienverkalkung und damit kommt werde der Blutdurchfluss im Gehirn unterbrochen und es kommt es zu einer Schädigung einzelner Hirnregionen. „Menschen mit Demenz sind dadurch immer weniger in der Lage, mithilfe ihres Verstandes die auf sie einströmenden Informationen und Eindrücke zu ordnen oder zu bewerten.“ Eine Demenz beginne schleichend: Erste Anzeichen sind Kraftlosigkeit, leichte Ermüdbarkeit, Reizbarkeit, depressive Verstimmungen oder Schlafstörungen. Weiter ging es mit dem Rosenkranzgebet nach Wiesbach und dann bergan durch den Wald.

Textstation

Auf freier Fläche unterhalb von Mürack war eine weitere Textstation, die von Elisabeth Kern gehalten wurde. Demenz sei eine schleichende Krankheit und es falle schwer, ganze Sätze zu formulieren, die Konzentration und die Arbeitsleitung lasse nach. „Wenn aber die Krankheit weiter voranschreitet, erkennen Angehörige, Freunde oder Kollegen, dass des betroffen Person Auffälligkeiten zeigt. Sie vergessen kurz zurückliegende Begebenheiten, können ganz einfache Rechnungen nimmer nachvollziehen in der Folge auch nicht mehr ihre Bankgeschäfte händeln und sie vergessen Teile der persönlichen Vergangenheit. In dem Stadium ziehen sich die Betroffenen oft zurück, weil sie selber erkennen, dass sie nimmer ganz selber sind.“ Es gibt mehrere Phasen der Krankheit Demenz, am Schluss nehmen die Betroffenen die Leute in der Umgebung kaum noch wahr, können keine Sätze mehr formulieren und es geht nicht mehr ohne vollständige Betreuung. Weder Waschen, zur Toilette noch Essen oder Trinken gelinge alleine. Kern hob die Pfleger solcher Mitmenschen als Meiserleitung hervor und zollte dem Pflegepersonal ihren vollen Respekt.

Der Weg führte weiter nach Reit und im Wald knapp einem Kilometer von der Kirche entfernt, war die letzte Textstation, die Pfarrgemeinderätin und aktiver Krankenschwerster Manuel Lotze hielt. In Deutschland leben 1,8 Millionen Menschen die an Demenz erkrankt sind, davon in Bayern über 240.000. Zwei Drittel betrifft es Frauen. Eine Krankheitsform betreffe auch schon die jüngere Generation ab dem Alter von 40 Jahren. „Demenz ist eine Herausforderung für uns alle“, so Lotze. Vor allem auf dem Land habe sie die Erfahrung gemacht, dass Angehörige nicht gerne Hilfe annehmen bzw. schwer Demenzerkrankte in Pflegeheime kommen. „Oft habe ich die Aussage, vor allem von pflegenden Ehepartner gehört: Was sollen die anderen von mir denken!“. Auf was muss beim Betroffenen geachtet werden? Regelmäßige Einnahme der Medikamente, wichtig sich über die Krankheit gut zu informieren, Wichtige Gewohnheit beizubehalten, gleichbleibender Tagesablauf, kein Streit über schöbe Erlebnisse der Vergangenheit zu sprechen, aber auch an sich selbst denken. Abschließend sprach die Vortragende ein Gebet.

Wallfahrergottesdienst

Zum Pilgergottesdienst waren noch einige Gläubige mit dem Auto auf den Johanneshögl gefahren und nahmen ab 9.30 Uhr an der von Pfarrer Wernher Bien im romanischen und gotischen Fresken versehenen Filialkirche „St. Johannes der Täufer“ an der Heiligen Messe teil. Den Volksgesang begleite Anna-Maria Utz  auf der Orgel und den Anfang machte das Lied „Nun singt ein neues Lied dem Herren“. Der Seelsorger sagte zu Beginn, man sei erstmals mit einer Fußwallfahrt nach St. Johann gekommen und die Mesnerin Ulli Traxl habe extra eine Tafel „Woche für das Leben“ am vor dem Volksaltar aufgestellt.

Aus dem Buch Jesaja (Jes 49) brachte Lektor Andreas Pils eine alttestamentliche Lesung zu Gehör. Die bekannte Geschichte von der Hochzeit zu Kana verkündete Pfarrer Bien,  anschließend 4r eine kurze Ansprache. Beim Thema Demenz sie ihm eine Jesaja-Stelle eingefallen: „Kann eine Mutter ihr Kind vergessen? Selbst wenn sie vergessen würde, ich vergesse dich nicht.“ Weiter hob er Beziehungen hervor, welche schwierig werden mit der Gewissheit der Herrgott vergesse uns nie.

Die Fürbitten las Manuela Lotze vor und begann mit der unverlierbaren Würde, die geschenkt wurde.  Eine länger Passage lautete: „Wir legen dir die ans Herz, die mit ihrer Geduld und ihrer eigene Kraft an Grenzen kommen; die erschöpft und mutlos sind und sich überfordert fühlen. Wir tragen Verantwortung in Kirche und Gesellschaft, und wir bitten für die, die uns darin vertreten in der Politik und in Verbänden, wenn sie Rahmenbedingungen ‚an den Rändern des Lebens‘ setzen, um der menschlichen Würde gerecht zu werden in Alter, Krankheit und sterben.“ Vor dem Segen dankte der Geistliche an die Beteiligten, welche Stationen übernommen haben sowie der Mesner und der Organistin. Die Eucharistiefeier beendeten die Gläubigen mit dem Marienlied „Freu dich, du Himmelskönigin“.

Anschließend erfolgte die Einkehr im nahen Berggasthaus.

Andreas Pils

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