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Jugendliche sollen Adler statt Küken sein

Pfarrer Wernher Bien firmte 13 Jugendliche in der Marienkirche

Außergewöhnlich, jedoch wegen der Corona-Pandemie erforderlich, kein Weihbischof, kein Abt, kein Domkapitular, daher spendete Pfarrer Wernher Bien in bischöflicher Beauftragung selbst das Heilige Sakrament der Firmung. Fünf Mädchen und acht Buben feiertenam Samstag, 12. September  in der schön geschmückten Pfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“ den Abschluss der Einführung in das Christsein. Für den würdigen Rahmen sorgte vor allem auch die musikalische Gestaltung , die der Chor „Z’ammKlang“ unter der Leitung von Ute Schidlowski übernahm.

Jahrelang war die Pfarrkirche „St. Martin“ in Thundorf der Ort für die Firmlinge aus dem Pfarrverband Ainring mit seinen drei Pfarreien. Aufgrund der unterschiedlichen Herangehensweise in der Firmvorbereitung finden für die Firmbewerber der Pfarrei „Mariä Himmelfahrt“ jetzt wieder die Firmungen alle zwei Jahre in der Marienkirche statt.

Heuer sind in der gekürzten Vorbereitungsphase sechs Firmgruppen gebildet worden und insgesamt sind es 39 Firmbewerber. Die beiden Gruppen, die jetzt an der Reihe waren, haben unter anderem in ihrem sozialen Projekt sich für die Ungarnhilfe engagiert. Sie sammelten Kleidung, Spielsachen, Lebensmittel und eine kleine Geldspende war auch noch dabei.

Beim Einzug in den Altarraum sang auf der Empore der Chor „Z’ammKlang“ schwungvoll das LiedCome, now is the time“. Mit dem Kreuzzeichen eröffnete Pfarrer Wernher Bien den liturgischen Teil. „Wir sind zusammengekommen um Firmung zu feiern, so festlich, wie wir’s halt hinbekommen in dieser Corona-Zeit. Der Gottesdienst zur Firmung soll kräftigen, das heißt Gott will euch stärken, will euch Kraft geben, die ihr braucht, um gut durch’s Leben zu kommen“, sagte der Zelebrant in seinen einführenden Worten. Die Firmlinge können selbst ja sagen, was bei ihrer Taufe geschehen sei und den Glauben besiegeln lassen. An die Firmbewerber gewandt betonte der Seelsorger: „Selber seid ihr dann bereit zu sagen, ich will mit meinem Gott leben, will an meinen Herrgott glauben, zu ihm beten, von ihm Hilfe zu erbitten und auch zu bemühen, so zu leben, wie es ihm gefällt.“

Anschließend sang der Chor das „Kyrie“. Alfred Janzik las aus dem Buch Jesaja, wo man nach dem Prophetenworten, wie einigen Beispielen erwähnt, keine Angst haben brauche. Nach einem Zwischengesang verkündete Pfarrer Bien das Lukas-Evangelium und dieses handelte von der Taufe Jesu durch Johannes dem Täufer mit jener bekannten Stelle, wo sich der Himmel öffnete und der Heilige Geist sichtbar in Gestalt einer Taube auf ihn herabkam und eine Stimme aus dem Himmel sprach: „Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.“


„Gott hat so viel in uns hineingelegt und wir machen so wenig daraus. Firmung heißt Kräftigung und bedeute diese Kräfte zu entfalten, zur Wirkung kommen zu lassen, die Gott in dich hineingelegt hat, eben den Adler in dir zu wecken.“

In seiner Ansprache erzählte der Geistliche zunächst die Geschichte eines jungen Adlers der mit Hühnern aufwuchs. Ein naturkundiger Mann kam zu einem Bauern und war darüber sehr erstaunt. Er setzte den jungen Adler auf seine Hand und sagte. „Adler, wenn du ein Adler bist und dem Himmel und nicht der Erde gehörst, breite deine Schwingen aus und flieg.“ Der Mann unternahm danach einen erneuten Versuch am Hausgiebel, blieb jedoch erfolglos. Einmal noch startete der Mann einen Versuch und fuhr früh morgens, noch in der Dunkelheit, in die Berge. Als die Sonne aufging sollte der junge Adler fliegen, dieser aber zitterte. Das Tier bekam wieder die Worte zu hören und der Mann bat dieses in die Sonne zu blicken, da stieß der Adler einen lauten Schrei aus, breitete seinen Schwingen aus und flog davon. Pfarrer Bien meinte die Menschen haben auch was in sich, um Adler zu sein, doch lebe man oft als Küken oder als Huhn.

„Gott hat so viel in uns hineingelegt und wir machen so wenig daraus. Firmung heißt Kräftigung und bedeute diese Kräfte zu entfalten, zur Wirkung kommen zu lassen, die Gott in dich hineingelegt hat, eben den Adler in dir zu wecken.“ In Jesus Christus sehe man, wie es sozusagen funktioniere. Er war ein freier, glücklicher Mensch, ein Kind Gottes der aus der Kraft Gottes lebte. Zu den Firmbewerbern sagte der Priester: „Du wirst nachher bei der Firmung mit deinem Namen gerufen werden und du wirst hinaustreten. Es kann für dich ein bewusster Schritt des Glaubens sein, wo du tatsächlich die Stimme Gottes hörst. Du kannst deinen Glauben besiegeln lassen, Gott stärken zu lassen und diese Verbindung, die Gott mit dir in der Taufe geschlossen hat, dazu selber ja sagen.“

Nach dem Gotteslob-Lied „Komm Heilger Geist“ mit Antwortgesang erneuerten die Firmlinge ihr Taufversprechen. Beim Gebet von Pfarrer Wernher Bien um die Gaben des Heiligen Geist knieten sich alle nieder. Anschließend rief Firmmutter Erika Schunk die Namen der Bewerber aus ihrer Gruppe auf und danach tat dies Ingrid Schroll, welche auch eine Gruppe betreute. Einzeln traten die Firmlinge zusammen mit ihren Paten (die rechte Hand auf die Schulter des Firmlings gelegt) vor den Priester, dabei trugen alle einen Mund-Nasenschutz und Pfarrer Bien zeichnete mit Chrisam-Öl ein Kreuz auf die Stirn mit den Worten: „Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist“ und am Schluss sagte er: Der Friede sei mit Dir.

“Während der Spendung des Heiligen Sakramentes der Firmung hörte die Gläubigen Musikuntermalung von der Empore mit Piano und Gitarre. Hernach interpretierte die Musikgruppe das bekannte Lied „Oh Happy Day“ und von ihren Plätzen aus sprachen mehrere Firmlinge die Fürbitten. Sehr berührend mit schönen Stimmen sang der Chor „Z’ammKlang“ das „Agnus Dei“. Zur Kommunionausteilung schritt der Geistliche in die leeren Bankreihen um zu den Leib Christi zu den Gläubigen zu bringen.

Abschließend dankte Pfarrer Wernher Bien allen, die mitgeholfen haben, dass die Feier so festlich stattfinden konnte. Von der Christenschar bekamen die Genannten reichlich Beifall.  Anschließend verteilte er als Geschenk der Pfarrei an die Firmlinge jeweils eine Bibel. Nach dem Segen sang der Chor bluesig-zart das Lied. „Take me back“. Zum Auszug ließ Mesner Reinhard Seidl die Glocken voll läuten. Für alle Beteiligten war es ein herrlicher Firmtag.

Bilder / Impressionen:

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Andreas Pils

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