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Pfeifenorgel-Inbetriebnahme im PZ „St. Severin“

 

Schmückstück bereits ein richtiger Blickfang

Der Saal des katholischen Pfarrzentrums „St. Severin“ hat ein neues Gesicht. In einem feierlichen Gottesdienst wurde eine neue Orgel am Sonntag, 25. April 2021 seiner neuen Bestimmung übergeben. Gut eine Woche zuvor hatten Orgelbau-Experten den Aufbau und die Intonation am neuwertigen Instruments vorgenommen. Pfarrverbandsleiter Pfarrer Wernher Bien nahm die Weihe vor und dem in Feldkirchen aufgewachsenen Hermann Hogger war es vorbehalten, erstmals der Pfarrgemeinde öffentlich das Instrument vorzuführen. Ein Solisten-Quartett des Kirchenchors verschönte die Eucharistiefeier. Projektleiter und Kirchenverwaltungsmitglied Carsten Schwantes gab gegen Ende der besonderen liturgischen Feier eine Überblick zur Anschaffung der Pfeifenorgel. An dem Gottesdienst nahm auch Ainrings Erster Bürgermeister Martin Öttl mit Familie teil.

Feierlicher Gottesdienst

Nach dem Ertönen der Sakristeiglocken sangen beim Einzug des Altardienstes in den Pfarrsaal die Solisten des Kirchenchors a capella mit ihren mit ihren ausdruckstarken  Stimmen das Lied „Wer nur den lieben Gott lässt walten“. Zelebrant Wernher Bien sagte zu Beginn: „Wir sind zusammengekommen zum Gottesdienst und heute werden wir unsere neue Orgel einweihen. Nach der Predigt wird die Orgel geweiht und wir werden sie zum ersten Mal hören. Wir haben nicht groß eingesagt, damit wir nicht überlaufen werden, es sind doch ein paar Leute gekommen.“ Nach den Kyrierufen stimmte Pfarrer Bien das Gloria an und das Gesangs-Quartett sang dann homogen „Schönster Herr Jesu“. Die Gläubigen hörten hernach durch Lektorin Réka Schausberger eine Lesung aus dem 1. Johannesbrief. Nach dem „Halleluja“-Gesang verkündete der Seelsorger das Johannes-Evangelium, welches vom guten Hirten und den Schafen handelte.

„Was für ein schöner Anlass, so eine prachtvolle Orgel einzuweihen und wir haben es maßgebend vor allem Carsten Schwantes zu verdanken, der sich unermüdlich dafür eingesetzt hat“, so der Beginn der Predigt von Pfarrer Bien. Zum Gelächter der Zuhörer hielt er ein Buch hoch, wo eine Orgel abgebildet und der Organist informiert wird, dass im Gottesdienst grundsätzlich nur noch eine Gitarre benutzt werde. „Es bringt zum Ausdruck, dass eine Orgel hi und da auf Unverständnis stoßen kann, so auch im Vorfeld hier. Mancher Widerstand war da: Ist sie nicht zu groß, zu teuer?“. Er sprach von der Königin der Instrumente und diese brauche sich nicht zu rechtfertigen und sie stehe richtig. Schon bei den römischen Kaisern sei sie ein Statussymbol gewesen. Als solche kam sie auch nördlich der Alpen: Nämlich 757 schenkte Kaiser Konstantin V. dem Frankenkönig Pippin eine Orgel. Im Lauf des 9. Jahrhundert wurden die ersten Bischofskirchen damit ausgestattet und mit der Gotik Mitte des 12. Jahrhunderts entwickelte sie sich allmählich zum Hauptinstrument der christlichen Liturgie. In der Hochrenaissance entstanden voll ausgebaute Orgeln mit mehreren Manualen und Pedal und in der Romantik strebten neben den Städten und Klöstern auch die Dorfkirchengemeinden nach einer Orgel. Deutschland weist mit rund 50.000 Orgeln weltweit die höchste Dichte an Pfeifenorgeln auf.

Zitate aus Abnahme -Schreiben von Prof. Winklhofer

Pfarrer Wernher Bien erhielt ein Schreiben von Prof. Friedemann Winklhofer, seines Zeichens Orgelsachverständiger im Erzbistum, und las daraus einige Passagen vor. Es handelt sich hierbei um ein gebrauchtes Instrument der Firma Oberlinger, das im Jahr 2002 für den Künstlerhof in Schleusingen (Thüringen) erbaut worden war. Das Instrument befindet sich in einem hervorragenden Zustand. Die leichtgängige Spieltraktur vermittelt ein sehr angenehmes Spielgefühl und ermöglicht verschiedenste, genaueste Artikulationensarten. Die Disposition mit ihren 12 Registern eignet sich bestens, sowohl für die Gestaltung der Liturgie in Gottesdiensten, als auch für die Interpretation von Orgelwerken unterschiedlicher Zeitepochen. Das asymmetrische Buchen-Gehäuse mit seinen links ansteigenden Prospektpfeifen kann als absoluter optischer Gewinn für den Pfarrsaal bezeichnet werden und verbindet sich in seiner Gegenläufigkeit hervorragende mit der Dachkonstruktion. Die ebenfalls asymmetrische, hellblau gefärbte MDF-Platte hinter dem Prospekt ergibt einen angenehm „frechen“ Farbklecks im ansonsten nüchternen Raum. Ich möchte ihnen und er gesamten Pfarrgemeinde zu diesem neuen Instrument ganz herzlich gratulieren und empfehle es hiermit ohne Einschränkungen zur Abnahme. Große Dank soll an dieser Stelle Herrn Carsten Schwantes für seinen unermüdlichen Einsatz zur Anschaffung des Instruments ergehen. Möge diese Orgel lange erklingen zur Freude aller, die sie spielen und hören dürfen!

Der Geisliche griff anschließend ein Bonmot auf, wonach die Orgel geradezu als Sinnbild der christlichen Gemeinde gelten könne. „Vielleicht nicht darauf abzielen, dass wir alle Pfeifen sind. Aber eben die Verschiedenheit der Pfeifen, große, kleine, hohe, leise, schrille, dumpfe, sie alle zusammen bilden einen harmonischen Klang.“ Was schön dazu passt: Die Orgelpfeifen werden durch den Wind bewegt, dadurch fangen sie erst zu spielen an. In biblischen Sprachen ist der Wind das gleiche Wort für Heiliger Geist, der die Gemeinde bewegen und aufrichten möge. Abschließend betonte der Geistliche: „So möge die Orgel zum Lobe Gottes erschallen, unsere Herzen zu ihm emporheben. Hernach folgte der Weiheakt zunächst mit dem Gebet und dann besprengte Pfarrer Bien die Orgel mit Weihwasser und beräucherte diese auch mit Weihrauch.

Die von Réka Schausberger gesprochenen Fürbitten standen ganz im Zeichen der Orgel. Unter anderem hieß es: „Segne die Organistinnen und Organisten für ihren Dienst, segne alle, die auf den Klang dieser Orgel hören und singend einstimmen in dein Lob. Lass die Musik, die auf dieser Orgel erklingt, mithelfen, das Evangelium zu hören und deine Liebe zu erfahren.“

Erste Melodien von der Pfeifenorgel

Nun war es endlich soweit: Mit dem Präludium und Fuge G-Dur von Johann Sebastian Bach ließ Hermann Hogger erstmals das Instrument für die Gläubigen erschallen. Zur Opferbereitung intonierte der Organist von Felix Mendelssohn-Bartholdy aus dem „Elias“ das Stück "Sei stille dem Herrn". Vom Gesangs-Quartett und dem Organisten bekamen die Gläubigen die gefühlwolle Interpretation des „Ave Verum“ von Wolfgang Amadeus Mozart zu hören.

Ansprache von Projektleiter und KV-Mitglied Carsten Schwantes

Gegen Ende der liturgischen Stunde wandte sich Orgel-Projektleiter Carsten Schwantes an die Gottesdienstteilnehmer. Nach seiner Begrüßung erörterte der Sprecher, dass die Kirchenverwaltung schon vor vier Jahren die Weichen stellte. Man befasste sich für die schwächelnde Digital-Orgel eine Anschaffung eines neues Instrumentes zu erwägen. Nach eingehenden Beratungen entstand der Wunsch nach einer Pfeifenorgel. „Im Umfeld der vielen Musik- und Kunstschaffenden unserer Gemeinde fanden sich für ein solches Instrument mit all seinen Möglichkeiten zahlreiche  auch spendenbereite Unterstützer. Heute ist nach vielen Beratungen, Diskussionen und Entscheidungen ein bewegender Moment für die vielen, die das Projekt bis hierher unterstützt und begleitet haben In diesem Jahr begehen wir den 500. Weihetag unserer Pfarrkirche, die Pfeifenorgel wurde zum Instrument des Jahres 2021 erkoren und im nächsten Jahr wird unser Pfarrzentrum 40 Jahre alt.“

Angesichts der Pandemie und Kontaktminimierung musste man sich auf die Weihe des Instrument beschränken, ein Festakt mit verschiedenen Künstlern wolle man später nachholen. Dabei soll das ganze Spektrum der klanglichen und musikalischen Möglichkeiten des Instruments aufgezeigt werden. Dort wolle man die Unterstützer und Förderer würdigen und eine Festschrift auflegen. Es folgten Dankesworte von Schwantes für Gremien, Leute und besonders dem Mit-Initiator des Projekts „Inspirator“ mit starkem mentalen Rückhalt Prof. Peter Ullrich und ausdrücklich den vielen Menschen, welche die Finanzierung mit ihren kleinen und großen Spenden ermöglicht haben. Viele haben mit ihrer Spende ein Patenschaft für Teile der Orgel übernommen. Für der Gestaltung der Dankeschön-Urkunden konnte das Ehepaar Häfner aus Feldkirchen gewonnen werden. Das Ehepaar Roswitha und Klaus-Dieter Niemann ließen für ihre Kunststiftung die Orgel 2002 bauen und diese haben nun zu „treuen Händen“ verkauft. Aufgrund des wieder ansteigenden Pandemiegeschehens blieben sie zu Hause in Rheinland-Pfalz und kamen nicht zum Weihegottesdienst.

Namentlich dankte Carsten Schwantes dem Orgelbauteam und stellte den bei der Einweihung anwesenden Christoph Ingenbrand vor und dankte für die sehr interessante, lehrreiche und freundschaftliche Projektumsetzung. Ein Vergelt’s Gott bekamen auch Ehefrau Edith Schwantes und Sohn Timon, die Carsten unterstützt, aber auch viel Zeit entbehren mussten. „Wir möchten die Liturgie mit unserer Pfeifenorgel bereichern, und auch neue Impulse setzen für kulturelle Veranstaltungen in unserer Pfarrgemeinde und der Ortsgemeinde Ainring.“ Nach dem priesterlichen Segen spielte Hermann Hogger mehrere Chorvorspiele unter anderem „Wunderbarer König“ von Johann Christian Heinrich Rinck.

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Andreas Pils

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