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Würdige Abendmahlfeier in der Marienkirche

 

Gründonnerstag: Verstummen der Glocken und der Orgel

Abends um 19 Uhr feierte die Pfarrei „Mariä Himmelfahrt“ in der Marienkirche am Gründonnerstag das Messopfer vom Letzten Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern. Aufgrund der Einschränkungen in der Corona-Pandemie musste das Ritual der Fußwaschung sowie der Kommunionempfang in Gestalt von Wein entfallen. Der Gottesdienst wurde verschönt von einem Gesangsquartett und zudem wurde die Eucharistiefeier auch gehalten im Gedenken zum 100. Geburtstrag des langjährigen im Jahr 1983 verstorbenen Organisten und Chorleiter Blasius Hogger.

Der Einzug des Altardienstes spielte Organist Hermann Hogger lebhaft und zupackend ein Präludium in G-Dur von Johann Sebastian Bach. Die Solisten des Kirchenchors Carsten Schwantes, Rosa Galler, Regina und Hans Winkler sangen anschließend „Bekehre uns, vergib die Sünde“. Einleitend sagte Pfarrer Wernher Bien: „Wir treten ein in die Feier der drei heiligen Tage. Heute am Gründonnerstag feiern wir, dass Jesus das letzte Abendmahl einsetzt. Im Angesicht seines Sterbens schenkt er uns diese Gemeinschaft des ewigen Bundes aufs Neue, die Gemeinschaft in der wir immer mit ihm und Gott einander verbunden sind“. Beim vom Seelsorger angestimmten „Gloria“ ertönte lautes Orgelspiel, die Schellen, die Sakristeiglocken und die Kirchenglocken läuteten letztmals. Sie verstummen bis zum Gloria in der Osternacht und im Volksmund heißt es, die Glocken fliegen nach Rom. Anstatt der Schellen benutzten die Ministranten kleine Holzplatten, auf die ein Holzklöppel montiert ist.

Lesung

Lektorin Christel Pyka las dann aus dem Brief des Apostel Paulus an die Gemeinde in Korinth mit den bekannten Sätzen: “Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis!‘ Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sagte: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut. Tut dies, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis!“ Die Gläubigen hörten danach das Lied „In meines Herzens Grunde“. Pfarrer Bien verkündetes das Johannes-Evangelium, welches vom Abschiedsmahl und der Fußwaschung handelte.

Danach trat Hermann Hogger an den Ambo und berichtete über das Leben seines Vaters, der genau an diesem Tag sein 100. Geburtstag feiern hätte können. Blasius Hogger war jahrzehntelang Organist, Chorleiter und Bürgermeister (Bericht an anderer Stelle der Homepage).

Ansprache von Pfarrer Wernher Bien

Pfarrer Wernher Bien hielt anschließend seine Ansprache und dankte zunächst allen, die mithalfen , dass das Abendmahl gefeiert werden könne. Vor der Hinrichtung Jesu war eigentlich alles schlimm und in einer solchen Situation habe er die Gemeinschaft des Neuen Bundes gesetzt. Er habe mit seinen  Jüngern das Pessahmahl gefeiert, auch in Erinnerung, dass Gott da sei, so wie er helfend eingegriffen habe, um damals sein Volk von der Sklaverei aus Ägypten befreit habe. Der Priester sprach von Hingabe und Gottvertrauen. „Dieser Jesus hat es sein ganzes Leben getan, er hat es bis zu Letzt getan, sein Blut vergossen, er hat sich in seinem ganzen Leben hingegeben, er hat seinen Jüngern die Füße gewaschen. Er, der Gott gleich war, hat sich erniedrigt. Es war ein Zeichen: Ihr sollt so handeln, wie ich an euch.“ Zur Kommunionausteilung sangen die Mitglieder des Kirchenchors „Ach Herr, lass dein lieb Engelein. Während der Aussetzung und kleinen Prozession ertönte der vierstimmige Gesang „Bleibet hier und wachet mit mir“. Hernach wurde der Volkaltar entblößt und weitere Gegenstände entfernt. Dies soll die Trauer symbolisieren, aber auch konkret an die Überlieferung erinnern, wonach Jesus die Kleider vom Leib gerissen wurden. Im Anschluss an den Abendgottesdienst hatten die Gläubigen noch die Möglichkeit zur Anbetung des Allerheiligsten vor dem Seitenaltar.

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Andreas Pils

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