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Kirche „St. Valentin“ in Marzoll das Ziel

Führung für Senioren der Pfarreien Ainring und Feldkirchen

Senioren der Pfarreien St. Laurentius Ainring und Mariä Himmelfahrt Feldkirchen begaben sich in Auto-Fahrgemeinschaften, aber auch mit dem Fahrrad nach Marzoll. In der dortigen früheren Wallfahrtskirche St. Valentin machte die Gruppe mit dem langjährigen Mesner Armin Neubauer eine Kirchenführung. Den Nachmittag ließen die Senioren bei Kaffee und Kuchen oder einer Brotzeit im nahen Schlossberghof ausklingen.

Die Gäste freuten sich über den Sonnenschein und so wurde zunächst im Friedhof untereinander, aber auch mit dem Mesner geplaudert. Nach dem „Warm up“ verteilten sich die Frauen in den Kirchenbänken und Armin Neubauer begann mit einem Lächeln im Gesicht, am Ambo zu erzählen. Aus einem Vorübergehend wurden bei ihm nun 30 Jahre, dass das anspruchs- und verantwortungsvolle Mesneramt nebenamtlich ausübt und er sprach dabei von „seiner“ Kirche“. Marzoll war nachweisbar bereits in der Bronzezeit, Urnenfelderzeit, Kelten- und Römerzeit sehr früh besiedelt. Die Geschichte der ehemaligen Wallfahrtkirche St. Valentin ist eng mit der Historie der Salinenstadt Bad Reichenhall, den Salzquellen und der Salzerzeugung verbunden.

Um 700 fand die Christianisierung durch den Heiligen Bischof Rupert von Salzburg statt und so wurden in der Region die ersten christlichen Kirchen, wie Marzoll, Nonn und Großgmain auf hochwassergeschützten Anhöhen erbaut. ,„Diese erste Kirche hier in Marzoll war ursprünglich eine Holzkirche und war vielleicht dem Hl. Laurentius geweiht. Sie wurde im Jahr 800 im Güterverzeichnis des Salzburger Erzbischofs bezeugt.“ Durch den Bischof Hartmann von Brixen erhielt am 8. September 1142 ein neu im romanischen Stil erbautes steinernes Gotteshaus die Weihe. Im Hochmittelalter gab es Adelige in Marzoll, die Vögte, also Advokaten der Kirche waren; ihre Grablege befindet sich in der Kirche.

Um 1430 ist vom Geschlecht der „Fröschl“ die Rede, sie waren die Sudherren aus Reichenhall sowie Vögte der Kirche. Sie ließen den romanischen Bau im Osten durch einen gotischen Chor erweitern. Ende des 15. Jahrhunderts wurden wundersame Heilungen bekannt, aus diesem Anlass erfolgte die Erweiterung der Kirche. Mit Beginn der Barockzeit erfolgte die Ausstattung mit barocken Altären und Anfang des 18. Jahrhunderts wurden Anbauten mit Portalvorhalle, der Oratorien (Logen für die Schlossherrschaft) und der Sakristei an der Nordseite vorgenommen.

Ab 1748 schaffte der Wessobrunner Meister Benedikt Zöpf für den Rokokostuck. Zudem stattete er Höglwörth und St. Peter in Salzburg mit seinem berühmten Stuck aus. Der ehemals gotische Spitzhelm des Turmes wurde abgetragen und eine barocke Doppelzwiebel aufgesetzt. Durch die Aufklärung mit den damit verbundenen Verboten wurde die Wallfahrt zurückgedrängt. Heute befinden  sich etwa 40 Votivbilder im Depot. Der heilige Valentin wurde bei Epilepsie (hinfallende Krankheit) um Hilfe gebeten, er wird heutzutage als Patron der Liebenden verehrt. Im Jahr 1809 wurde Marzoll zu selbstständigen Pfarrei erhoben und zunächst mit Chorherren von St. Zeno besetzt. Später übernehmen die Weltpriester die Aufgabe und heute gehört St. Valentin zur Stadtkirche Bad Reichenhall.

Bei der Innenausstattung fällt natürlich gleich das Altarbild des hl. Valentin ins Auge, das ein unbekannter Meister um 1780 malte. Die Innenrenovierung von 2003 zeigt das Kirchenschiff in der Erstfassung vom Rokoko und zwei Jahre danach wurde eine Außenrenovierung vorgenommen. Am Joch beim linken Seitenaltar ist eine in den 1970er Jahren geschnitzte Gottesmutter „Straßburger Madonna“ des Marzollers Franz Auer zu sehen. Als DDr. Erich Hehberger (Kurseelsorger) nebenamtlich Pfarrer in Marzoll war, entdeckte er im Schloss eine gotische Büste des hl. Valentin. Der ehemalige Schlossherr überließ der Kirche diese als Leihgabe und bei der Stadt Reichenhall war das Unterteil. Nach dem Zusammenfügen hat jetzt die Kirche einen zweiten Valentin am Joch des rechten Seitenaltars. Der Mesner informierte, dass Erzbischof Kardinal Marx im Jahr 2010 in Marzoll war und den Volksaltar und den Ambo beide aus heimischen einem Stein Untersberger Marmor weihte. Der Berichterstatter erblickte das Vortragekreuz und fragte, woher dieses stamme. Der Mesner hatte mit einer Firmgruppe dieses gebastelt und zeigte es danach den Interessierten.

Zur Spiritualität las die Ainringer Pfarrgemeinderätin Lisbeth Hogger einen Text aus dem Gotteslob vor und anschließend sang die Gemeinschaft das Lied „Segne du, Maria“. Hogger bedankte sich bei Mesner Neubauer für die interessanten Ausführungen. Dieser bat die Gruppe sich im Chorraum umzuschauen und er erklärte auch hier einiges Wissenswertes. So wurde bei der Innenrenovierung ein großes gotisches Fresko freigelegt. Durch die Herausnahme des Altarbildes wird in der Karwoche das Hl. Grab aufgebaut. Hinter dem Hochaltar war früher eine sogenannte Steige, in die Gläubigen als Opfergabe an den Kirchenpatron lebendige Hühner einstellen konnten. Einen hölzernen „Hühnerstall“ konnten die Senioren dann auch anschauen.

Zum 1. Mai macht Mesner aus dem Hl. Grab einen Marienaltar. Mit dem „Auferstandenen“ im Zentrum und dort wo der Leichnam gelegen ist, kommen viele Blumen hin. Der Patroziniumsgottesdienst ist immer am 14. Februar um 9 Uhr. Heuer zelebrierte diesen der Salzburger Weihbischof. Zu diesem Ereignis kommen auch die Gläubigen aus den umliegenden Gemeinden. Der der Kirchenführung kehrten die Ainringer und Feldkirchner im nahen Schlossberghof ein und ließen es sich gut gehen. Gestärkt an Leib und Seele wurde hernach die Heimfahrt angetreten.

Andreas Pils

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