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Die Kirchenmusik hatte immer Vorrang

 

100. Geburtstag von Blasius Hogger am Gründonnerstag

Über mehrere Jahrzehnte wirkte Blasius Hogger in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Feldkirchen als Organist und Chorleiter. Der Schmied-Blasi, wie er im Dorf genannt wurde, erblickte vor 100 Jahren am 1. April 1921 in Feldkirchen als erstes von drei Kindern – er hatte noch eine Schwester und einen Bruder – der Schmiedbauern-Eheleute Anna und Blasius Hogger das Licht der Welt. Aus der Biografie seines Vaters berichtet Hermann Hogger im Rahmen der Abendmesse am Gründonnerstag in Erinnerung an das Letzte Abendmahl Jesu, das er mit seinen Jüngern feierte. Bis alle Kirchenglocken und die instrumentale Musik verstummte, wirkte Hermann Hogger an diesem Abend auch als Organist.

Lebenslauf

Schon in frühen Jahren kam er als Ministrant mit der Kirche am Ort in Verbindung. Seine Tante Sani versah über viele Jahre den Mesnerdienst, was auch bedeutete, jeden Tag die Turmuhr und das Schlagwerk im Turm aufzuziehen. Bei dieser Tätigkeit durfte der Blasi seine Tante auf den Weg zum Uhrhäuschen begleiten. Mit der alten Orgel machte er beim Blasebalgtreten für den damaligen Organisten Lehrer Georg Lapper erste Bekanntschaft. 1931 führte der Weg Blasius nach Wien. Dort besuchte er das katholische Studieninternat. Hier sang er als Sängerknabe im Internatschor und wurde schon bald als Altsolist an den Festtagen bei den Messen eingesetzt. Neben seiner Gesangsausbildung bekam er auch Klavier- und Orgelunterricht. So lernte er die großen Meister der Klassik kennen und lieben. Ihnen blieb er auch ein Leben lang treu. In den Ferien daheim durfte er nun nicht nur den Blasebalg treten, sondern auch die Tasten und Pedale.

Der Einmarsch Hitlers in Österreich veränderte vieles, so auch im Leben von Blasius. Er kehrte nach Feldkirchen zurück und besuchte von nun an in seinen letzten Schuljahren bis zum Abitur das Gymnasium in Salzburg. Dies bedeutete, dass er immer mehr neben Schule und Arbeit auf dem elterlichen Hof auch in den Orgeldienst eingebunden wurde. Nach dem Abitur wurde Blasius sofort zum Militärdienst eingezogen und verbrachte die Kriegsjahre als Funker in Russland und auf dem Balkan. Auch hier blieb er der Musik und dem Orgelspiel treu und lernte dadurch seinen Freund Fritz Remold, auch einen begeisterten Orgelspieler, kennen. Fritz besuchte Blasius nach dem Krieg regelmäßig und sie musizierten dabei immer wieder miteinander auf der Feldkirchener Orgel. Diese Freundschaft hielt bis zum frühen Tod von Fritz im Jahre 1970. Blasius‘ jüngerer Bruder Hermann musste leider im Krieg in Polen sein Leben lassen. Das bedeutete für Blasius, dass er, in die Heimat zurückgekehrt, den elterlichen Hof übernahm. Zusammen mit Lehrer Lapper versah er nun den Chorleiter- und Orgeldienst. Nach dessen Pensionierung war Blasius dann alleiniger Organist und Chorleiter.

Bürgermeister, Chorleiter und Organist

In den Nachkriegsjahren engagierte er sich immer mehr in der Kommunalpolitik. Wurde zuerst 2. Bürgermeister und dann ab 1957 Erster Bürgermeister der Gemeinde Ainring. Dieses Amt übte er bis zu seinem Tod im Jahr 1983 aus. Die Aufgaben der Gemeinde durch Erschließung neuer Wohn- und Industriegebiete und Zuzug neuer Gemeindebürger wuchsen in dieser Zeit immer mehr. Sie nahmen neben der Landwirtschaft, die Blasius zusammen mit seiner Familie weiter bewirtschaftete, immer mehr Zeit in Anspruch. Dennoch war die Kirchenmusik und die Kirche etwas, was Blasius immer wichtig war. Er studierte mit dem Kirchenchor viele Messen ein, die an Sonn- und Feiertagen aufgeführt wurden. Besonders lagen ihm die Mess- und Kirchenkompositionen von Haydn, Mozart, Schubert und Kempter am Herzen. Aber nicht nur die Klassik, sondern auch die Volksmusik war wichtig. Die Bauernmesse von Anette Thoma war ein fester Bestandteil des Heiligen Abend in Feldkirchen. Auf der andern Seite war er auch Zeitgenössischem nicht abgeneigt. Max Eham komponierte für den Chor und die Trachtenkapelle Feldkirchen extra eine Messe, die bei der Primiz von Konrad Huber uraufgeführt wurde.

Neue Orgel in der Marienkirche

1957 wurde auf Betreiben von Blasius Hogger in Feldkirchen eine neue Orgel eingebaut, da die alte immer öfter kränkelte und den Anforderungen nicht mehr genügte. 1962 bekam Blasius Hogger eine große Unterstützung. Peter Reischl half ab jetzt als tatkräftiger Organist mit. Seinem jahrzehntelangen Einsatz ist es zu verdanken, dass Feldkirchen nie ohne Orgelmusik war. Dafür dankte der Sprecher Hermann Hogger ganz herzlich. Ab 1977 unterstützte Sohn Hermann seinen Vater und führt die Familientradition bis heute fort. Blasius Hogger war es bis zu seinem Tod eine Herzensangelegenheit den Orgel- und Chorleiterdienst zu versehen. Ob es ein Amt war, bei dem er die Orgel spielte, oder eine Beerdigung, bei dem der Chor sang, die Kirche ging vor. Die anderen Sachen, sei es das Gemeindeamt oder die Feldarbeit, mussten warten. Gott und der Dienst am Nächsten war im Leben vom Schmied-Blasi an erster Stelle.

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Andreas Pils

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