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100-jähriges Weihejubiläum von „St. Martin“

Ein Beispiel für die Kraft einer Gemeinschaftsleistung

Die Pfarrei Thundorf ist die kleinste im Pfarrverband Ainring und hat mit der nun 100-jährigen Pfarrkirche „St. Martin“ das größte Gotteshaus. Dem Kirchenzug unter Beteiligung mehrerer Vereine mit Fahnenbegleitung und dem Altardienst folgte der Festgottesdienst dem Kapuzinerpater Marinus Parzinger als Hauptzelebrant vorstand. Für die musikalische Mitgestaltung sorgte der Kirchenchor Thundorf unter Leitung von Maria Ramstetter-Wallner. Da wegen der Corona-Beschränkung nicht alle Gläubigen in der Kirche Platz fanden, wurde der Gottesdienst mittels Lautsprecher ins Freie übertragen. Bereits ab Samstagabend war eine Hinführung zur Feierlichkeit.

 

Ausgangspunkt für das 100-jährige Kirchenjubliäum war eine Abendmesse am Samstag und danach eine Aussetzung des Allerheiligsten. Die Anbetung dauerte die ganze Nacht hindurch bis sechs Uhr morgens, so wie damals vor 100 Jahren vor der Einweihung. Pater Marinus setzte das Allerheiligste dann wieder ein. Schon in aller Früh am Sonntag versammelten sich die Vereine in Tracht beim Feuerwehrhaus bei nur sechs Grad und der Nebel hing tief am Högl. Angeführt von der Musikkapelle Thundorf-Straß, gefolgt von den Ministranten und den Seelsorgern, der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB), Krieger- und Soldatenkameradschaft, Prangerschützen Thundorf-Straß, Trachtenverein „D‘ Mühltaler“ und die SG „Eichenlaub“ Straß. Auf dem Kirchplatz reihten sich noch Pallottinerpater Alois Schwarzfischer und Gemeindereferentin Birgit Weber bei den Seelsorgern ein. In der Apsis und an den beiden Seitenaltären hatten die Fähnriche ihre Fahnen in die Halterungen gesteckt.

Mit einem Stück von Felix Mendelssohn Bartholdy begleitet Organist Ralf Halk den Einzug in das schön mit Blumen und weiß-gelben Bändern geschmückte Kirchenschiff. Den Kirchenschmuck gestaltete Mesnerin Maria Egger und das Blumenarrangement „100“ schuf deren Schwiegertochter Bernadette. Mit Freude schöner Götterfunken“ von Ludwig van Beethoven zeigte der gemischte Kirchenchor volle Präsenz zur Eröffnung. Pfarrer Wernher Bien freute sich und stellte die Zelebranten vor und bat danach den Hauptzelebranten Pater Marinus um den liturgischen Auftakt.

In Bezug auf den neuen Kirchenführer sagte der Kapuziner, er habe diesen nur angelesen, aber im ging dabei das Herz auf mit Bewunderung, Dank und Staunen, was die Vorfahren da geleistet haben, mit welcher Entschlossenheit sie gehandelt haben und mit welchen Schwierigkeiten sie zu kämpfen hatten. „Wir dürfen heute feiern: 100 Jahre Pfarrkirche Thundorf, die einen haben begonnen, sie liefern den Anlass, wir dürfen feiern, aber nicht nur der Moment des Bauens, der Fertigstellung einer Kirche, es sind die 100 Jahre, in denen sich immer wieder Menschen haben einleben lassen. Wir dürfen das weitertragen mit diesen Anfang gleich einer Eurovisionssendung, schauen wir auf Jesus, er ist unsere Mitte. Wenn wir ein Ziel haben, das uns lockt, dann kommen wir auch voran, auch heute, wo so manches schwer erscheint.

Nach den Kyrierufen sang der Chor mit Ralf Halk am Keyboard und Markus Enzinger mit dem Schlagzeug das Lied „Live god a Reason“. Die von Sandra Huber Alttestamentliche Lesung handelte vom Lob der Weisheit. Als Zwischengesang interpretierte der Chor den tiefgreifenden Text „Ich glaube“ von Udo Jürgens. Im von Pater Marinus Parzinger verkündeten Markus-Evangelium war die Rede von Reichtum und Nachfolge.

Predigt von Pater Marinus Parzinger

Die Ansprache des Seelsorgers umfasste ein ganze Bandbreite von Themen. Es brauche gerade im Blick auf die Zukunft der Kirche eine entschiedene Gelassenheit, aber auch Mut und die Anstrengung des Verstandes, um den Weg in die Zukunft zu gehen. Es brauche Beten, Denken und Handeln, so Marinus. „Beim Jubiläum gelte es zu danken, denen die vor 100 Jahren, auch denen, die vor 30, 20, 10 Jahren und heute sich einbringen. Wir haben unseren Pfarrpatron, den hl. Martin von Tours, ein Vorbild des Teilens, der Solidarität und konkreten Nächstenliebe.“ Weiter betonte er, Umkehr und Erneuerung  gehe nur, wenn man etwas loslassen könne. Auch den Bezug zum Evangelium stellte er in seiner Ansprache her. Glaube sei eine Herzenssache und habe mit Vertrauen zu tun und sei keine Frage des Wissens.

„Im Rückblick waren die 100 Jahre nicht so einfach, die Inflation hat den Geldwert reduziert, die Vorfahren waren mutig und entschlossen zügig haben sie gehandelt, dass endlich diese Kirche gebaut werden kann. Der Zweite Weltkrieg und vieles anderes mehr war eine Herausforderung. Die, welche sich immer hier versammelt haben, haben den Glauben als Kraftquelle erfahren, haben Trost und Hoffnung gefunden.“ Es habe immer wieder Menschen gegeben, die sich einbinden ließen, sich engagiert hat zugepackt haben, sonst gebe es diese Kirche nicht. Das Gotteshaus in Thundorf sei der Ort, wo der Lebensanfang mit der Taufe gefeiert wird, der Ort an dem die Liebe mit der Trauung gefeiert werde, auch der Ort des Abschieds, der Trauer, der Ort wo Menschen sich sammeln, beten und ihr Leben auf Gott ausrichten.

Viele weitere Gedanken äußerte er gegenüber den  Gläubigen. Nach dem Glaubensbekenntnis trug Sandra Huber die  Fürbitten vor. Während der Wandlung gaben die Prangerschützen mehrere Böllerschüsse ab.

Pfarrer Wernher Bien dankte namentlich zum Ende des Festgottesdienstes vielen die zum schönen Gelingen und dem neuen Kirchenführer beigetragen haben. Er und Ruhestandpfarrer Albers konnten die Grußworte nicht anhören, da sie gleich zu weiteren Gottesdiensten mussten.

Grußworte

Erster Bürgermeister Martin Öttl sagte zu Beginn seines Grußwortes: „ Gerade für mich als Thundorfer bedeutet es sehr viel, dass ich heute hier stehen und dieses besondere Fest mitfeiern kann. 100 Jahre  Pfarrkirche  Thundorf, das ist etwas sehr Besonderes. Im täglichen Leben, im Alltag, da ist die Kirche einfach da, ein  Teil unseres Lebens. Wir sind die Nutznießer der Arbeit und der Verdienste unserer Vorfahren. In seiner Rückschau erklärte das Gemeindeoberhaupt, vermutlich seit dem 10. Jahrhundert waren Bach und Thundorf schon im Besitz des Domkapitels von Salzburg. Schon damals könne man den Quellen entnehmen, wurde wohl eine kleine Kirche erreichtet.

Bei dem Vorgängerbau gab es immer wieder Verschönerungen, Sanierungen, Renovierungen sowie Erweiterungen. Nach langem Hin und Her, wurde schließlich der Beschluss gefasst, die alte Kirche weitgehend abzubrechen und die Kirche in der heutigen Form zu errichten. Baubeginn war am2. März 1921 und am 30. Oktober 1921konnte die Kirche durch Erzbischof Kardinal Faulhaber eingeweiht werden. Die Thundorfer haben beim Kirchenbau nicht nur gearbeitet, sondern auch viel geopfert und gespendet. Das ist genau das, was uns hier in Thundorf auszeichnete: der Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung.“ Dankesworte richtete er stellvertretend an Pfarrer Bien, dem Pfarrgemeinderat, der Kirchenverwaltung, der Mesner Maria Egger und deren ganzen Familie dieses Amt viel bedeute hat und immer noch tut. Den Kirchchor sprach er seine Anerkennung aus. „zum 100. Geburtstag unserer Kirche wünsche ich mir, dass wir  uns alle nicht durch Streit, Neid, Unfrieden oder Missgunst auseinanderbringen lassen“, und abschließende sagte Bürgermeister Öttl: „Nur gemeinsam sind wir stark – nur gemeinsam geht es uns allen gut. Das ist der Weg, den wir gehen müssen und den wir gehen werden – gemeinsam mit Gott unserem Herrn  in seinem wunderbaren Haus in Thundorf.“

Ein kurzes Grußwort sprachen die beiden Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Elisabeth Kern (Feldkirichen) und Andrea Wiesbacher (Ainring), die jeweils als Geburtstagsgeschenk eine schöne verzierte Kerze mitbrachten.

Stellvertretend für die Kirchenverwaltung Thundorf wandte sich Florian Reiter an die Gläubigen und brachte einige Gedanken zu Gehör. Die Gründung eines Kirchenbauvereins erfolgte im Jahr 1888 und jedes Mitglied musste 26 Pfennige entrichten, so wurden in  30 Jahren knapp 80.000 Mark angespart. Den  Archivunterlagen sei zu entnehmen, dass der Wert damals steig abnahm. Damals hatte die Kirchenfiliale Thundorf 700 Seelen und in dem äußerst kleinen, feuchten und arg verfallenen Kirchlein gab es nur 150 Sitzplätze und die Kinder mussten wegen Platzmangel auf den Gängen stehen. Mit dem Neubau kam es zu einer Veränderung: aus bautechnischer Sicht, war es eine unvorstellbare Leistung. 1,10 Meter breite Fundamente, 14/16er Sparren und eine Firsthöhe von 17,40 Meter. Damals las der Pfarrer seine lateinischen messen mit dem Rücken zu den  Gläubigen und erst 1967 wurde eine Orgel eingebaut.

Vor dem Ende mit dem Segen durch Pater Marinus Parzinger erhielt der Kirchenchor für seine exzellente Darbietung Beifall von den vielen Gläubigen, die zum Abschluss das Lied „Auf uns“ Andreas Bourani zum Besten gaben. Mit mächtigem Orgelspiel verabschiedete Ralf Halk die Gottesdienstteilnehmer.

Andreas Pils

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