Feldgottesdienst vor der Filialkirche „St. Erasmus“
Auer Kirtag in Bicheln eingeleitet – viele Gläubige – Frühschoppen
Vor dem ältesten Gotteshaus der Pfarrei Mariä Himmelfahrt, der kleinen Landkirche St. Erasmus in Bicheln, zelebrierte zum Auftakt des Auer Kirtags Pfarrer Wernher Bien eine Feldmesse. Pidinger Bläser begleiteten die von der zahlreichen Christenschar aus der Bauernmesse von Annette Thoma gesungenen Lieder. Die Aktiven des GTEV Edelweiß Hammerau-Ainring organisierten nach der Messfeier im Obstanger des „Bochei“ einen Frühschoppen.
Auf Initiative von Volksmusikpfleger Hansl Auer aus Hammerau wurde anlässlich des Auer Kirtages im Jahr 2003 erstmals auf dem Grundstück vom „Bochei“ Franz Hinterreiter vor der Filialkirche St. Erasmus eine Feldmesse gefeiert. Viele Gläubige, unter ihnen Altbürgermeister Hans Eschlberger mit Gattin sowie einige Gemeinderäte, waren nach Bicheln, auf dem den südlichen Ausläufern des Högls gelegen, zum Gottesdienst unter freien Himmel gekommen. Hansl Auer begrüßte zunächst die Teilnehmer und meinte, es sei für ihn ein Kirtags-Sonntag, wo er beruhigt ins Bett gehen könne.
Die frühmorgendlichen Wolken hatten sich verzogen und es herrschte Sonnenschein und Auer musste nicht selbst musizieren und kümmerte sich nur um die Tontechnik. Die Pidinger Bläser waren zum zweiten Mal in Bicheln und er stellte Hans und Matthias Eder sowie die Geschwister Isabella und Kilian Stadler vor.
Zum Einzug der Ministranten und von Pfarrer Wernher Bien intonierten die Musiker das Stück „Eingang“ aus der Bauernmesse. Der Seelsorger zeigte sich erfreut, dass man beim Auer Kirtag zusammen sei und der Herrgott habe die Natur gewaschen. Anschließend dangen die Gläubigen das „Kyrie“. Der Geistliche stimmte das „Gloria“ an und die Christen sangen dies dann unter Bläserbegleitung. Die Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Rom, vorgetragen von Lektorin Maria Auer, handelte von der Gewissheit der Glaubenden. Nach dem gesungenen „Credo“ verkündete Pfarrer Bien das Matthäus-Evnagelium darin war die Rede von der Belehrung der Jünger und die Speisung der Fünftausend.
Predigt
In seiner Ansprache zitierte der Geistliche Henri Nouwen über die Nicht-als-genug-Mentalität. Bien meinte es gebe das Gegenteil, die Mehr-als-genug-Mentalität, in dieser Einstellung gebe man was man habe und wem man begegne: „Sehen wir Hungernde, reichen wir ihnen zu essen, kommen wir mit Menschen zusammen, die die Zuneigung und Liebe brauchen, bieten wir ihnen Freundschaft, Zuneigung und -Gastfreundschaft an. Leben wir in dieser Einstellung werden wir das Wunder erleben, das was hergeben sich vermehrt“ sagt Pfarrer Bien. Die Gefahr in eine Nicht-genug-Mentalität zu verfallen bestehe, daher gelte es den Nachkommen einen halbwegs lebenswerten Planeten zu überlassen. Auch aus Grimm’s Märchen las er vor, wo es um den Armen und den Reichen gehe. Dazu bemühte er eine moderne Statistik: Menschen in Ländern mit niedrigen Einkommen spenden 1,45 Prozent; Menschen in Ländern mit hohen Einkommen spenden 0,7 Prozent und Deutschland liege bei 101 untersuchten Ländern auf Rang 100, weil nur 0,39 Prozent gegeben werden. Pfarrer Bien sagte: „Die Gefahr hierzulande besteht darin, sich von der vorherrschenden Nicht-genug-Mentalität anstecken zu lassen und man soll an den Tisch des Herrn treten, wie die Jünger uns von Jesus zu einer Mehr-als-genug-Mentalität bewegen lassen“
Nach dem Glaubensbekenntnis las Maria Auer die Fürbitten vor. Zur Gabenbereitung intonierten die Bläser das Stück „In die Berg bin i gern“. Gemeinsam beteten die Teilnehmer das Vaterunser und nach der Wandlung spielten die Pidinger Bläser das Stück „Hymne an die Freundschaft“ von Kurt Gäble. Die Gemeinde sang danach das Lied „Zum Dank“ aus der Bauernmesse. Vor dem Segen sprach der Priester noch Dankesworte an allen die zum Gelingen des schönen Gottesdienstes beigetragen haben und zum Abschluss sangen alle drei Strophen von Großer Gott wir loben dich“
Die Gläubigen saßen während des Gottesdienstes auf Bänken und Mitglieder des Trachtenvereins Edelweiß Hammerau-Ainring schafften anschließend schnell Tische herbei. Sonnenschirme, aber vor allem unter den Bäumen gab es schattige Plätze. Die fleißigen Trachtler versorgten die Gäste mit kühlen Getränken und Würsten. Angeregt wurden an den Tischen Gespräche geführt.
Andreas Pils












