Hochfest des Leibes und Blutes Christi
Prozession mit vier Stationen am Vorabend von Fronleichnam
Nach der Premiere im Jahr 2024 feierte die Pfarrei Mariä Himmelfahrt das Fronleichnamsfest in Feldkirchen bereits am Vorabend und heuer war dies auch wieder so. Dies ist notwendig, damit Pfarrer Wernher Bien selbst in seinen drei Pfarreien in Feldkirchen, Ainring und Thundorf die Festgottesdienste mit Prozessionen zelebrieren kann. Der Seelsorger predigte über die KI-Enzyklika „Magnifica Humanitas“. An vier Stationen im Dorf verkündete der Geistliche Abschnitte von den vier Evangelisten. Die Teilnehmer sangen jeweils Lieder und gaben bei den Anrufen und Fürbitten des Priesters den Antwortgesang. Den Gläubigen erteilte der Priester mit der Monstranz bei den drei aufgestellten, festlich geschmückten Außenaltären den sakramentalen Segen. Bei der Prozession wechselten sich Marschmusik der Trachtenkapelle und das Beten der Gläubigen ab. Teilweise waren die Häuser mit roten Tüchern entlang des Prozessionsweges geschmückt.
Wie kam das Fronleichnamsfest zu Stande? Zum ersten Mal fand die Feier des Festes 1246 im belgischen Lüttich statt. Aufgrund einer Vision der Augustinernonne Juliane, die beim Beten den Vollmond sah, der jedoch an einer Stelle verdunkelt war.
Die Heilige erkannte darin ein Zeichen dafür, dass der Kirche noch ein eigenes Fest für die Eucharistie fehlte. 1264 erhob Papst Urban IV., der einst Lütticher Bischof war, das Fronleichnamsfest in den Rang eines Hochfestes. Der vorgeschriebene zweite Donnerstag nach Pfingsten wurde 1317 von Papst Johannes XXII. angeordnet und ist das theologische Gegenstück zum Gründonnerstag, als dem Tag der Einsetzung des Altarsakramentes. In Benediktbeuern gab es die erste nachgewiesene Fronleichnamsprozession Ende des 13. Jahrhunderts in Bayern.
Das Wort Fronleichnam setzt aus dem mittelhochdeutschen „fron“ (Herr) und „lichnam“ (Leib) zusammen.
Mit fulminanten Orgelspiel begleitete Herman Hogger den Einzug von Pfarrer Wernher Bien mit den Ministranten. „Ein Haus voll Glorie schauet“ war dann das Eröffnungslied der Gemeinde. Nach den einführenden Worten wurde der Hergott mit dem Lied „Gott in der Höhe sei Preis und Ehr“ gepriesen.
Spenzerfrau und Lektorin Manuela Lotze las aus dem 1. Brief des Apostel Paulus an die Gemeinde in Korinth und dieser hatte die gemeinsame Teilhabe am Leib Christi und am Blut Christi zum Inhalt. Nach einem weiteren Lied verkündete der Seelsorger das Johannes Evangelium mit der bekannten Passage „Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben.“
Papst Leo XIV hat seine Enzyklika über künstliche Intelligenz (KI) „Magnifica Humanitas“ am Pfingstmontag veröffentlicht – 135 Jahre nach der Sozialenzyklika „Rerum Novarum“ seines Namensvorgängers Leo XIII. Damals hat die industrielle Revolution Massenarmut bei den Arbeitern hervorgebracht. Die Umwälzungen durch KI könnten noch gravierender werden, dies thematisierte der Seelsorger in seiner Predigt.
Aus diesem Grund möchte die Kirche mit Demut und Offenheit an den Gesprächen über Künstliche Intelligenz teilhaben. Man bringe eine Weisheit über das Menschsein ein, welche die heutige Zeit dringend benötigt. Die Prinzipen der Soziallehre seien Solidarität, Subsidiarität, Gemeinwohl, allgemeine Bestimmung der Güter, darauf ging der Priester näher ein.
Schon Papst Paul VI macht sich über die Ausrichtung der außergewöhnlichen wissenschaftlichen Fortschritte Gedanken. Heute sei für KI-Firmen die Ausrichtung auf menschliche Werte wichtig und notwendig den anzuwendenden Ethikkodex zu diskutieren und ihn mit Kriterien sozialer Gerechtigkeit abzugleichen. Zur Menschlichkeit gehören was als „Begrenztheit“ erscheint, nämlich Unfähigkeit, Krankheit, Alter, Leiden und Verletzlichkeit. Papst Leo greift auch die Eucharistische Spiritualität auf, und aus dieser Gemeinschaft gehe auch die christliche Solidarität hervor. Weiters gehe es darum, die KI zu entwaffnen. Keine autonomen Waffensysteme, daher hat die USA Anthropic zum Sicherheitsrisiko erklärt. Oft hinke die Kirche der Zeit hinterher. In diesem Fall sei sie ganz vorn mit dabei, konne mithelfen, dass eine KI entwickelt werde, die im Dienste einer großartigen Mündlichkeit stehe. Mit dem Glaubensbekenntnis und den Fürbitten wurde die liturgische Feier fortgesetzt. Nach dem Lied „Wir weihn der Erde Gaben“ der Wandlung und Vaterunser empfingen viel Gläubige die Heilige Kommunion
Bevor der Gang durch das Dorf Feldkirchen erfolgte, sang zum Schluss die Gemeinde das Lied „Das Heil der Welt, Herr Jesus Christ“.
Prozession durch das Dorf
In der Gumpinger Straße formierte sich bei teilweise wolkenvergangenen aber auch sonnigen Himmel der Prozessionszug mit Andreas Pauli an der Spitze der die Kirchenfahne trug. Dahinter die Fahnenabordnung in feschen Gewändern die Mitglieder vom Trachtenverein „D‘ Schneebergler“ Feldkirchen. Danach folgten der Krieger- und Reservistenverein Hammerau-Feldkirchen mit Fahne, die Trachtenkapelle Feldkirchen, dahinter Pfarrer Wernher Bien mit dem Allerheiligsten hocherhoben vor sich hertragend unter dem Baldachin, dann mit Fahnen die Legio Mariens und die St. Georgspfadfinder vom „Stamm Christopherus“, den Schlusspunkt setzten Familien.
Auch heuer hatten Gisi Lämmlein und Lisa Hammerer den Freialtar an der Linde schön hergerichtet, ebenso Theresia Füller und Regina Galler einen Altar unter dem Nussbaum beim Rachbauern und Mesner Reinhard Seidl sowie Gisi Lämmlein an der Friedhofsmauer, westlich der Pfarrkirche. Die Trachtenkapelle Feldkirchen begleitete mit Prozessionsmärschen die vielen Gläubigen. Unterwegs fungierte Carsten Schwantes als Vorbeter und durch den von Werner Danzer mitgeführten Lautsprecher gab es eine gute Verständigung.
Entlang des Prozessionsweges waren viele Häuser mit roten Tüchern geschmückt. Mädchen streuten aus kleinen Körbchen Blütenblätter und schließlich wurde auch ein Rosenkranz gebetet. An jeder Station verkündete Pfarrer Wernher Bien ein Evangelium der vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes.
Den Lobpreis und die Fürbitten sang der Geistliche und die Prozessionsteilnehmer gaben den Antwortgesang. Der Sakramentale Segen mit der Monstranz wurde zur Ehre Gottes vom dreifachen Salut der Feldkirchner Böllerschützen unter Schussmeister Michael Mühlbauer begleitet.
Zum Ende der Zeremonie am letzten Freialtar dankte Pfarrer Bien, namentlich jenen die mitgeholfen haben bei der Gestaltung. Der Eucharistische Segen und das große „TeDeum Laudamus“ und das gemeinsam gesungene „Großer Gott wir loben dich“ unter instrumentaler Begleitung der Trachtenkapelle im Dirigat von Gerhard Kern sowie festliches Glockengeläut bildeten den Ausklang des schönen Festes.
Andreas Pils
Die komplette Predigt von Pfarrer Wernher Bien ist unter nachstehendem Link einsehbar:
Predigt







