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Pfarrkirche St. Laurentius in Ainring

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Die Kirche der römischen Märtyrer Laurentius und Mauritius

Kurzer geschichtlicher Überblick

Außenaufnahme der Pfarrkirche St. Laurentius in Ainring
Die Pfarrei Ainring geht bis in das 8. Jahrhundert zurück. Sie ist Mutterpfarrei von Thundorf mit Straß (selbständig nach dem 1. Weltkrieg) und von Feldkirchen mit Bicheln und Mitterfelden (selbständig nach dem 2. Weltkrieg). Kirchlich gehörte sie bis 1816 zum Erzbistum Salzburg, seitdem zum Erzbistum München und Freising. Dekanat war erst Salzburg-Land, später dann Teisendorf.

Politisch wurde sie innerhalb des bairischen Stammesgebietes dem (geistlichen) Hochstift Salzburg zugeteilt (bis 1803). Nach Auflösung des Fürstentums Salzburg kam sie schließlich als Teil des "Rupertiwinkels" 1816 zu Bayern, Regierungsbezirk Oberbayern, Bezirksamt (Landkreis) Laufen; nach dessen Auflösung 1970 zum neugebildeten Landkreis Berchtesgadener Land.

Pfarrkirche seit 1957. Patrone sind die römischen Märtyrer Laurentius und Mauritius.

Innenaufnahme der Pfarrkirche St. Laurentius in Ainring
Die Villa Ainheringa wurde von Herzog Theodebert (um 724) mit 3O Gütern, römischen Veteranenkolonisten und Mühlen dem Stift Nonnberg in Salzburg geschenkt. 1151 werden die Edlen Otto, Konrad und Friedrich von Ainheringa erwähnt. Ihr Haus war der südöstliche Teil des Pfarrhofs. Nach ihrem Aussterben übernahm die Kirche 1532 das Haus. 1737 erhielt der Pfarrhof die heutige Gestalt.  Die Kirche hatte zwei Vorgängerbauten. Eine romanische Schloßkapelle, 8,60 m lang und 5 m breit, geweiht 1150. In der Frühgotik, etwa Ende 13. Jh. , wurde sie verlängert und gegen 1500 von Pfarrvikar Andreas Hainmann (s. Grabplatte in der Mitte des Ganges!) mit drei Jochen u. dreiseitigem Chor neu erbaut. 1735/36 wurde der Chor in Langhausbreite um etwa 2 m verlängert, die Wandpfeiler ummantelt und die Gewölberippen abgeschlagen. 1685 war neben dem Portal ein Beinhaus, die heutige Taufkapelle, errichtet worden. 1781 wurde Portal, Beinhaus und Sakristei zusammengezogen und ein Obergeschoß erbaut, in welches 1803 die erste Volksschule einzog. Der Kirchturm erhielt 1729 eine Zwiebel aufgesetzt.  Die Inneneinrichtung vollendete schließlich die Barockisierung des Gotteshauses.


Rundgang

Eingang: rechts Taufkapelle mit einem hl. Johannes Ev., Rest einer ehemaligen Kreuzigungsgruppe um 1720. Neuer marmorner Taufstein. Links gefälliges Denkmal in Rotmarmor mit dem Auferstandenen und den Namen aller Kriegsopfer von 1870- 1945.

Inneres: Hochaltar um 1712 in einfachem Barock. Es sind fünf Altarblätter zum Wechseln vorhanden. 1. Das Martyrium des hl. Laurentius, Kopie nach Peter Paul Rubens (um 1620) in der Gemäldegalerie des Schlosses Schleißheim. 2. Mariä Verkündigung und 3. eine Geißelung Christi, auch wahrscheinlich von P.P. Rubens. Als Kopist kommt wohl Johann Friedrich Pereth aus Salzburg in Frage. Die Altarblätter, Geburt Christi und Dornenkrönung stammen von Johann Kaspar aus der 2. Hälfte des 19. Jh. Im Auszug Darstellung des ''Hl. Wandels'' und darüber Figur des zweiten Patrons der Kirche St. Mauritius.
Die zwei Seitenfiguren der hl. Barbara und Katharina sind dem Dominik Plasisganik von Piding aus der 2. Hälfte des 18. Jh. zuzuschreiben. Tabernakel samt Aufsatz von Michael Auer von Feldkirchen 1704, in dessen seitlichen Nischen zwei Statuen des hl. Rupert und Virgil, Diözesanpatrone von Salzburg, stehen.

Die Seitenaltäre sind spätbarocken Stils, Mitte 18, Jh. mit reichem Dekor. Rechts Altarblatt: Glorie des hl. Johannes Nepomuk, 1752 wohl von Peter Paul Perwanger. Assistenzfiguren des hl. Franz von Assisi und des hl. Antonius von Padua. Im Auszug die Madonna von Maria Dorfen.

Links wie oben: Altarblatt Der hl. Josef betet die hlgst.Dreifaltigkeit an. Assistenzfiguren die Bauernheiligen lsidor und Notburga.

Im Auszug: Taufe Jesu. Von besonderer Schönheit und Eleganz aus der Hand eines Meisters der Schwanthaler - Schule sind das Chorbogenkreuz.


Bilder:

Tabernakel der Pfarrkirche
Heiland mit Schulterwunde
Hl. Josef mit Jesuskind
Kanzel der Pfarrkirche

Der Heiland mit der Schulterwunde'' links und St. Josef mit Jesuskind rechts. 1. Hälftedes 18. Jh.
Von Wert und Seltenheit ist die Kanzel aus Stuck in Farbe und Gold von Christoph Fenninger aus Henndorf 1735. Die Felder am Kanzelkorb zeigen die vier abendländischen Kirchenväter: Papst Gregor d. Gr., die Bischöfe Ambrosius, Augustinus und den hl. Hieronymus. 
Neubau der OrgeI von Firma Mertel-Salzburg 1983. Prospekt von Steinmeyer, Öttingen 19O9. 
Drei gotische Schnitzwerke eines früheren Flügelaltares aus dem 15. Jh. Südwand: hl. Anna selbdritt. Nordwand: St. Sebastian und St. Barbara. Ein hl. Florian gehört dem Ende des 18. Jh. an. 
Ein schöner,jedoch einfacher Grabstein von 1594 für ein Söhnchen der Edlen Familie Trauner von Adelstetten. Mehrere Grabdenkmäler von Priestern aus Marmor und Solnhofener Platten sind in die Wände eingelassen. 
Während der Drucklegung wurden in die Fenster beiderseits des Hochaltares vier farbige Scheiben mit dem Familienwappen des Pfarrhof-Ersterbauers von 1532, des damaligen Ainringer Pfarrers und späteren Salzburger Domherrn Friedrich von Rusenbach und Redwitz eingesetzt. Diese Fenster befanden sich bis zur Renovierung 1975 im Pfarrhof. 
Die Kirche erfuhr in den letzten Jahren eine erfreuliche Außen- und lnnenrenovation (1976) und bildet mit dem Pfarrhof, dem Leichenhaus und der 1901 erbauten Stallung ein denkmalgeschütztes Ensemble auf dem Kirchberg. Ainring ist eine alte Ökonomie-Pfarrei mit 30 ha Äckern, Wiesen und Waldung. Die nutzbaren Gründe sind verpachtet. Der letzte Pfarrer, der die Ökonomie noch selbst betrieb, war Joh. Freudenstein (1920 - 1950).

Der Hl. Laurentius (Beitrag von Dr. Doris Spickenreuther)

Quellenangaben

Chadwig Henry, Die Kirche in der antiken Welt, New York 1992 S.135

Verfolgung unter Kaiser Valerian: Verbot gottesdienstlicher Zusammenkünfte, sofortige Hinrichtung der Bischöfe und des höheren Klerus

Bärsch / Kranemann, Geschichte der Liturgie in den Kirchen des Westens S.237, Bd 1

Rom war in sieben Diakonate eingeteilt. Sie trugen große Verantwortung in der Verwaltung und den Finanzen. (Liturgie und Gemeindeaufgaben) , arbeiteten eng mit dem Bischof zusammen und galten oft als deren Nachfolger

Angenendt Arnold, Das Frühmittelalter, Stuttgart 20012, S.237

Diakone übten wichtige Sozialdienste aus , sieben Diakonats-bezirke in Rom, karitative Unterstützung für 1600 Hilfsbedürftige. Aus dem Kreis der Diakone wurde ohne Priester-ordination auch der Bischof  gewählt.

Christ Karl, Geschichte der römischen Kaiser, München 200022 S.682

 

Kaiser Valerian (253-260) setze die Politik seines Vorgängers fort und verhängte drastische Maßnahmen gegen die Christen

Im Jahre 257 Verfolgung durch 2 kaiserliche Edikte:

  1. Vollzug der Opfer für die Staatsgottheiten. Androhung der Todesstrafe : Verbot aller christlichen Gottesdienste und Besuch des Friedhofs.
  2. Bei Hinrichtung wird das Kirchenvermögen konfisziert und wird Eigentum des Kaisers. Bischöfe, Presbyter und Diakone sollen standrechtlich mit dem Tod bestraft werden.

Laurentius

  1. Laurentius übte das Amt des Archidiakonats unter dem Bischof von Rom Sixtus II. (Papst war nicht üblich damals)aus. Die Stadt Rom war damals in sieben Diakonate eingeteilt, es mussten ca. 1600 Bedürftige versorgt werden.
  2. Als Archidiakon arbeitete er mit dem Bischof eng zusammen. A. galten als mögliche Bischofsnachfolger. L. war für die Verwaltung des Kirchenbesitzes zuständig.
  3. Kaiser Valerian setzte die strenge Verfolgung seines Vorgängers fort. Er forderte die Anerkennung der römischen Staatsgötter und den Vollzug der Opfer. (unter Androhung der Todesstrafe). Im weiteren untersage er den Christen und deren Leitern (Klerus) den Besuch von Friedhöfen und den Vollzug christlicher Gottesdienste. Diese Edikte, die sich vorwiegend gegen den Klerus richteten, zog die bei Nichtbefolgen die Todesstrafe nach sich und das Vermögen wurde eingezogen.
  4. Bischof Sixtus hielt sich in der Calixtuskatakombe auf, als er von den röm. Soldaten aufgegriffen und sofort getötet wurde. Es blieb also keine Zeit, seinem Archidiakon Anweisungen über das Kirchenvermögen zu erteilen oder gar seinen Tod vorauszusagen. Wäre Laurentius in der Katakombe dabei gewesen, wäre es sofort getötet worden.
  5. Das Kirchengut wurde eingezogen und Eigentum des Kaisers. Angeblich verweigerte Laurentius tagelang die Herausgabe des kirchlichen Vermögens (Legende) und verstieß so gegen das kaiserliche Edikt. Es war nicht vorrangig bezüglich seines christlichen Glaubens.
  6. Bezug zu Ainring Die Pfarrei Ainring war ein Archidiakonat des Salzburger Bischofs. Damit könnte das Patronat des L. zusammen hängen. Ainring war Verwaltungssitz. Vorrangig waren die Leiter  mit sozialen Aufgaben betraut, sogar manchmal verheiratet.
  7. Die Legende zielt darauf ab, die Glaubensstärke des Laurentius den Gläubigen als Vorbild darzustellen. Sie muss daher von den wirklichen Geschehen abgegrenzt werden. Die Absicht ist eine andere. Vorbildfunktion!!

Der Bischof von Rom wurde damals noch nicht Papst genannt.